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Mitte der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts reiste eine Abordnung
der Südtiroler Landesregierung nach Stuttgart und präsentierte den
Verantwortlichen für Jugendbildung die Idee, deutsche Jugendgruppen
zum kulturellen Austausch nach Südtirol zu schicken.
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Zu dieser Zeit war Karl Knötig in der Jugendarbeit von
Baden-Württemberg tätig. So fiel ihm die Aufgabe zu, sich
federführend darum zu kümmern. Der junge Familienvater organisierte
daraufhin ehrenamtlich ab 1955 und in den Folgejahren die jeweils
sechswöchigen Zeltlager für Kinder am Montiggler See in Eppan.
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Durch die vor Ort entstandenen Kontakte ergab sich nach einigen
Jahren die Möglichkeit, das Ferienheim „Haus an der Etsch“ in Eppan
zu pachten. Karl Knötig entschloss sich, seine Festanstellung
zugunsten einer touristischen Arbeit in Südtirol aufzugeben und
kümmerte sich zusammen mit seiner Frau Adele fortan um den Aufbau
des Ferienheims.
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Bald schon konnten weitere Betriebe gepachtet und in den teilweise
leer stehenden Schlössern Gandegg, Englar und Matschatsch
Ferienheime sowie Pensionen eingerichtet werden. Zur
professionellen Betriebsführung wurde die Ferienheim- Verwaltungs
GmbH gegründet. Aufgrund seiner guten Kenntnisse und Kontakte im
Bereich des deutschen Jugend- und Sozialtourismus gelang es Karl
Knötig, die von ihm und seiner Frau geführten Ferienheime schnell
gut zu belegen und zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen.
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Einige Hotels und Betriebe aus der Umgebung, die zu dieser Zeit
noch keine nennenswerte Belegung hatten, fragten bei Karl Knötig
an, ob dieser nicht auch Gäste an sie vermitteln könne. So kam es
zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit, die zugleich auch als
Geburtsstunde des Reiseveranstalters „Südtiroler Ferienwerk“
genannt werden kann. Der Name ist Programm, denn es geht um
Sozialtourismus nach Südtirol.
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Der Firmensitz wurde 1960 nach Starnberg in Bayern verlegt. Hier wurde am 11. Dezember 1961 auch
die alpetour Touristische GmbH gegründet. Ihrem Namen liegt die
Vision zugrunde, als Reiseveranstalter nicht nur Südtirol, sondern
den gesamten Alpenraum touristisch zu vermarkten. Der Start war ein
voller Erfolg. Nach neun Gruppen im Jahr 1956 reisten im Jahr 1962
bereits 500 Gruppen und mehrere Tausend Einzelgäste über alpetour
in die Alpenländer. Die Folgejahre waren von einem stürmischen
Wirtschaftsaufschwung geprägt. alpetour vergrößerte jährlich das
Angebot und galt an vielen Orten als touristischer Pionier.
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Da mit der wachsenden Anzahl an Reisenden in vielen Tälern
allmählich die Betten knapp wurden, unterstützte alpetour die
Gründung von Beherbergungsbetrieben tatkräftig, ob bei der
Gestaltung, der Vermittlung des benötigten Kapitals oder der
Schulung des Personals, wie z. B. der Köche. Ein von alpetour
engagierter Profikoch bereitete die Betriebe auf das Kochen für
große Gruppen vor. So wurden aus 25 Partnerbetrieben im Jahr 1962
über 200 Partnerbetriebe mit 8.000 Betten im Jahre 1980, die
ganzjährig von alpetour belegt wurden und teilweise bis heute
belegt werden.
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In der Gemeinde Eppan an der Weinstraße begann Karl Knötig 1964 mit
dem Bau der Pension „Lambrechtshof“, des ersten eigenen Hotels, das
ein Jahr später mit großem Erfolg eröffnet wurde. Heute ist das Haus
ein modernes 4-Sterne-Hotel mit Innen- und Außenpools, Tennisplatz,
Wellness und einer hervorragenden Südtiroler Küche.
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Von diesem Erfolg ermutigt, baute Karl Knötig 1970 ein weiteres
Hotel, das „Sporthotel Kameriot“, und er erschloss das kleine
Skigebiet im Pragser Tal.
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Während dieser Jahre besuchte er im Zusammenhang mit seiner Vision
des Jugendtourismus viele Täler und Gemeinden und kam so auch
mehrfach in die Gemeinde St. Lorenzen im Pustertal. Dort traf er
auf den Bürgermeister Steinkasserer und dessen Frau Luise.
Diese war es, die ihm immer wieder von der Sonnenburg vorschwärmte
und ihn schließlich dazu brachte, sich die Ruine anzusehen. Als
Karl Knötig deren katastrophalen Zustand sah, war ihm klar, dass
man das nicht „untergehen lassen darf“. So geschah, was geschehen
musste. Familie Knötig erwarb die Ruine, renovierte diese mit großem
Aufwand und erweckte sie durch das „Hotel Schloss Sonnenburg“, das 1971
eröffnet wurde, zu neuem Leben.
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Zu den vielen Stammgästen, die von Beginn an jährlich mit alpetour
auf Reisen gingen, gehörten anfangs vor allem Vereine, Kirchen und
gemeinnützige Organisationen. Nach und nach kamen immer mehr
Schulen hinzu, die ihre Klassenfahrten mit alpetour planten. Da dieses
Segment in den 1980er-Jahren immer wichtiger wurde, erweiterten
Winfried und Gunther Knötig, die mittlerweile das Unternehmen leiteten,
das Reiseangebot an Klassenfahrten um viele Regionen und entwickelten
zusätzlich Sport- sowie Erlebnisreisen mit pädagogischen Lehrinhalten,
die zugleich Spaß machen sollen. Viele Schulen planten zudem Schulski-
wochen, woraufhin alpetour Skireisen in die wichtigsten Skiregionen
Europas in das Programm aufnahm. alpetour wurde sowohl durch die
Angebotsvielfalt als auch durch die Anzahl der Reiseteilnehmer schnell
zur Nr. 1 für Klassenfahrten. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
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1989 hieß es dann endlich für ganz Deutschland: Reisen, wohin man
will! Dieses freudige Gefühl, die Freiheit jetzt grenzenlos genießen
zu können, erfasste die Menschen gleich nach dem Mauerfall. Viele
wollten zu den, besser noch, über die Alpen nach Österreich und Italien.
Aus diesem Grund veranstaltete alpetour kurz nach dem Mauerfall eine Informationsreise für
DDR-Busunternehmer nach Venedig. Von der Begeisterung der 156
Teilnehmer angespornt, entwickelte alpetour eine viertägige Reise
für 189,- DM, die sportbegeisterte DDR-Bürger in die olympischen
Städte München und Innsbruck sowie nach Venedig und Verona führte.
Das Konzept war ein voller Erfolg und stärkte das Reisegeschäft mit
Erwachsenengruppen nachhaltig.
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2002 eröffnete alpetour das Hotel „Citylight“ in Berlin-Mitte.
Damit war ein Hotel entstanden, in dem sich Familien,
Geschäftsreisende und Jugendgruppen aus aller Welt gleichsam
wohlfühlen können.
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alpetour hat es sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, auch bei der
Sicherheit die Nummer eins zu sein. Deshalb ließ sich alpetour 2005
als erster Reiseveranstalter für Klassenfahrten vom TÜV
zertifizieren. Ihm wurde bereits bei der ersten Zertifizierung die
Bestnote „Ausgezeichnet“ – also Premiumqualität – vom TÜV-Rheinland
verliehen. Um auch in Zukunft die größtmögliche Sicherheit zu
bieten, lädt das Unternehmen jährlich Busfahrer zum Thema
Bussicherheit in das alpetoureigene Aktiv Hotel Aschau am Chiemsee
ein. Das Aktiv Hotel Aschau gehört seit dem Jahr 2007 zu den
alpetour-Häusern.
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Nach 50 Jahren zählt alpetour heute mit ca. 280.000 Reisenden pro
Jahr zu einem der größten Reiseveranstalter Deutschlands. Neben
Reisen nach Südtirol finden sich auch Reisen in ganz Europa, nach
Asien, Afrika oder Südamerika. Neben Klassenfahrten und Gruppen-
reisen für Erwachsene bietet das Unternehmen mit dem Programm
„Family & Friends“ hochwertige Studien- und Individualreisen an
und organisiert und veranstaltet seit einigen Jahren auch verschiedene
Events. Hierzu zählt beispielsweise das Beachline-Festival in
Riccione an der Adria. Dabei handelt es sich mit über 2.000
Teilnehmern um den größten Beachvolleyballevent der Welt.
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Aus dem ehrenamtlich organisierten Zeltlager entstand so in den
vergangenen 50 Jahren die alpetour-Gruppe mit ca. 200 Mitarbeitern
und Tochterfirmen in mehreren Ländern Europas. Diese Entwicklung
zeigt, dass sich über die Jahre zwar vieles verändert hat, doch
eines heute wie vor 50 Jahren gilt. „Die Welt ist wie ein Buch. Wer
nie reist, sieht nur eine Seite davon“.* Kurz: Reisen bildet.
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